Was ist der Unterschied zwischen Leinöl und Leinöl-Firnis?
Beide härten durch die Aufnahme von Luftsauerstoff aus. Rohes Leinöl benötigt dafür vergleichsweise lange. Leinöl-Firnis wird voroxidiert und mit einer geringen Menge Trockenstoff versetzt. Dadurch härtet er schneller und gleichmäßiger aus. So wird aus Leinöl Leinöl-Firnis.
Wie wird Leinöl-Firnis hergestellt?
Leinöl wird durch Kaltpressung aus den Samen der Lein- oder Flachspflanze gewonnen, sorgfältig gereinigt und anschließend schonend verkocht. Dabei wird eine geringe Menge Mangantrockner eingearbeitet.
Welcher Trockenstoff wird zugesetzt?
Für eine zuverlässige Trocknung enthält OLI NATURA® Leinöl-Firnis lediglich 0,4 % eines kobaltfreien Mangantrockners. Er unterstützt die natürliche Aushärtung des Leinöls und sorgt für eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung. Das fertige Produkt ist gemäß CLP-Verordnung nicht als gefährlich eingestuft.
Ist OLI NATURA® Leinöl-Firnis für Holz mit Lebensmittelkontakt geeignet?
Ja. OLI NATURA® Leinöl-Firnis wurde von einem unabhängigen deutschen Prüflabor nach LFGB geprüft und ist nach vollständiger Aushärtung für Holzoberflächen mit Lebensmittelkontakt geeignet – etwa für Schneidebretter, Küchenholz und Kochutensilien.
Kann ich Leinöl-Firnis als Speiseöl verwenden?
Nein. OLI NATURA® Leinöl-Firnis ist kein Speiseöl. Er wurde für die Oberflächenbehandlung von Holz entwickelt. Nach vollständiger Aushärtung eignet er sich für Holzoberflächen mit Lebensmittelkontakt – zum Verzehr ist das Produkt selbst jedoch nicht bestimmt.
Verändert Leinöl-Firnis die Farbe des Holzes?
Ja. Leinöl-Firnis ist transparent und nicht pigmentiert, feuert das Holz jedoch an: Farbe und Maserung treten intensiver hervor, das Holz wirkt wärmer und satter. Besonders helle Holzarten entwickeln einen natürlichen Honigton. Wie stark die Farbvertiefung ausfällt, hängt vom Grundton und der Saugfähigkeit des Holzes ab. Ein Probeauftrag an unauffälliger Stelle ist daher empfehlenswert.
Was ist bei der Verarbeitung zu beachten?
Den Leinöl-Firnis mit einem Baumwolltuch oder Pinsel dünn und gleichmäßig auftragen. Nach etwa 15–30 Minuten überschüssiges Öl mit einem saugfähigen, fusselfreien Baumwolltuch vollständig abnehmen. Andernfalls können klebrige Stellen, Glanzunterschiede und deutlich längere Trockenzeiten entstehen. Je nach Saugfähigkeit des Holzes genügen meist zwei bis drei Anstriche.
Können sich ölgetränkte Tücher und Pads selbst entzünden?
Ja. Leinöl-Firnis gehört zu den trocknenden Ölen und härtet durch die Aufnahme von Luftsauerstoff aus. Dabei entsteht Wärme. Auf der Holzoberfläche kann sie entweichen; in zusammengeknüllten Tüchern, Pads oder Schwämmen kann sie sich dagegen stauen und zur Selbstentzündung führen. Das Produkt selbst ist nicht selbstentzündlich.
Ölgetränkte Arbeitsmaterialien deshalb niemals zusammengeknüllt liegen lassen. Nach Gebrauch unter Wasser aufbewahren oder einzeln und glatt ausgebreitet an einem sicheren Ort vollständig trocknen lassen. Anschließend gemäß den örtlichen Vorschriften entsorgen. Ölgetränkte Materialien niemals in den Wäschetrockner geben.
Wie lange trocknet Leinöl-Firnis?
Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist die behandelte Oberfläche nach etwa 1–2 Stunden staubtrocken und nach 16–24 Stunden überarbeitbar. Vollständig durchgehärtet ist sie nach rund 21 Tagen.
Die Trocknung erfolgt durch die Aufnahme von Luftsauerstoff. Gute Belüftung und geeignete Temperaturen fördern die Aushärtung; Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnder Luftaustausch verzögern sie. Auch ein zu dicker Auftrag oder nicht vollständig abgenommener Überstand kann zu klebrigen Stellen und erheblich längeren Trockenzeiten führen.
Wie riecht Leinöl-Firnis während der Trocknung?
Der charakteristische Geruch entsteht bei der natürlichen Aushärtung des Leinöl-Firnisses. Wie er sich entwickelt und wahrgenommen wird, hängt auch von der Holzart ab. Mit fortschreitender Aushärtung klingt der Geruch allmählich ab.
Kann ich aus Leinöl-Firnis Halböl herstellen?
Ja. Werden OLI NATURA® Leinöl-Firnis und OLI NATURA® Ölverdünner im Verhältnis 1:1 gemischt, entsteht sogenanntes Halböl. Es ist dünnflüssiger, lässt sich leichter und gleichmäßiger verteilen und wird traditionell zur Grundierung saugfähiger Holzoberflächen vor nachfolgenden Ölanstrichen eingesetzt.
Soll der Leinöl-Firnis unverdünnt verarbeitet werden, kann er alternativ im Wasserbad vorsichtig auf etwa 40 °C erwärmt werden. Dadurch wird er ebenfalls dünnflüssiger und lässt sich leichter einarbeiten. Nicht direkt oder über offener Flamme erhitzen.
Wie reinige ich Pinsel und Arbeitsgeräte?
Pinsel und Arbeitsgeräte unmittelbar nach Gebrauch mit OLI NATURA® Pinselreiniger, OLI NATURA® Ölverdünner oder einem geeigneten Reiniger auf Testbenzinbasis säubern.